Da hatten wir doch die Tage eine Nachricht aus Gozo in unserem elektronischen Briefkasten. Von einer Tauchlehrerin, die immer noch grübelt, ob sie nun mit 11, 13, 46 oder 47 verrückten Korallen jede Menge Spaß hatte.

OK,OK ich sollte vielleicht besser von vorne anfangen. Aber wo ist vorne? Also am Anfang. Angefangen hat das Ganze bei der Idee einer Clubfahrt in einer unserer Vorstandssitzung……..Also gut, das kennt ihr ja alles, ihr wart ja alle eingeladen und kennt auch die Ausschreibung- also mache ich mal da weiter, wo einige dann nicht mehr dabei waren- Flugplatz Frankfurt, Terminal 2, Freitag Nachmittag! Die ersten Korallen sind schon lange da und wir warten auf den, der diesen Trip organisiert hat- unser Reiseguru. So wurde er irgendwann von o.g. Tauchlehrerin getauft. Also gemeint ist unser Stefan Bauer, im normalen Leben Geschäftsführer unseres kleinen Vereins.

Und wie er das organisiert hat. Ich bin ja einer der normalerweise seine Reisen selbst organisiert oder auch mal für andere (auch für euch), aber diesmal habe ich mal den Luxus einer "all inclusive"- Reise genossen.

Der Trip ging also von Frankfurt per Flieger mit ca. einer Std. Verspätung nach Malta. Verspätungen scheinen bei AirMalta normal zu sein, denn auf der Rückreise war es genau das Selbe. Wir sind aber großzügig und vergeben unserer deutschen Reiseleitung…..In Malta angekommen, wurden wir schon vom „Taxi" erwartet. Ziemlich zügig ging es Richtung Fährhafen quer über die nächtliche Insel. Irgendjemand hatte dem Fahrer gesteckt, dass wir die 0 Uhr Fähre nach Gozo bekommen wollten (möglicherweise die deutschsprachige Reiseleitung). Irgendwie haben wir es geschafft. Angekommen in Gozo wartete dann schon das nächste Taxi, das uns dann zu unserem Endziel Marsalforn brachte. Trotz der sehr fortgeschrittenen Stunde wurden wir von einem Vorabkommando, Jürgen mit Frau Elke und Tochter Miriam, herzlich empfangen. Nach Einnahme eines Absackers bezogen wir dann unsere Unterkünfte.

Die Unterkünfte, strategisch hervorragend platziert, direkt über der Tauchbasis (und direkt an der Hauptstrasse…) waren einfach aber zweckmäßig. Ich hatte das Vergnügen mit dem Reiseguru, seiner Frau Gabi und dem anderen Stephan und der anderen Gabi ein Apartment zu teilen. Drei Doppelzimmer, 2 Bäder und eine sehr geräumige Wohnküche. Der Rundumservice fand hier seine Fortsetzung. Die Reiseguru-Gabi hatte sogar den Kaffee dabei und sorgte dafür, dass es ihren Männern gut ging.

An der Tauchbasis ging es dann so weiter. Einen Guide für uns alleine, sorry eine Guidin, Susanne. Die hat dann erstmal versucht uns namentlich zu erfassen und dann zu zählen. So kam es, dass eine Anzahl X von Korallen auf der Hauptstrasse vor der Basis zum Durchzählen antrat und irgendwie kamen wir dann auf 47 oder so... Eigentlich waren wir 13 oder waren es doch 14….Ihr merkt schon, Susanne war ein bisschen, na sagen wir mal crazy und das hat dann irgendwie auf uns abgefärbt. Das hat aber der Disziplin keinen Abbruch getan. Wir haben den anderen Herrschaften auf der Basis mal gezeigt wie zügig man mittels Kettenbildung einen Transporter be- und entlädt. Beim Tauchen waren wir bis auf die eine oder andere Ausnahme auch diszipliniert. Naja….für jedes „Vergehen" war ein Bier für Susanne fällig. Aus gesundheitlichen Gründen hat sie dann aber auf die Umsetzung verzichtet. Es lässt sich gar nicht alles beschreiben, aber es waren eigentlich immer nur Kleinigkeiten und wir hatten letztendlich alle unseren Spaß dabei.

Die Taucherei ging fast immer von Land aus. Endlich wurde uns klar warum man vom Sporttauchen spricht. Der Weg zum Wasser führte über eine teils skurile Felslandschaft von einer besonderen Schönheit. Das machte den oft schweißtreibenden Weg ins Wasser erträglich. Unter der Wasseroberfläche setzte sich „Landschaft" fort. Typisch Mittelmeer (zumindest so wie ich es kenne), wenig Fisch aber viel Landschaft. Aber diese Landschaft ist alles andere als langweilig. Steilwände, Kamine, Grotten, Durchbrüche und Höhlen gehören zum ständigen Programm. Durch Löcher und Risse im Gestein sucht sich die Sonne ihren Weg durch das saubere Blau in die Tiefen und trifft den Taucher direkt ins Gemüt. Auch wen es etwas makaber für einen Taucher klingt, hat er, der Taucher, das Gefühl er wäre ein Engel auf dem Weg in den Himmel—träum…(Originalton Susanne). Es sind eben nicht immer die farbenprächtigen warmen Meere dieser Welt, die den Taucher mit ihrem Überfluss in Verzückung bringen. Manchmal kann weniger mehr sein und mit der richtigen Brise Fantasie wird es zu einem fantastischen Erlebnis. Als Sahnehäubchen gab es auch noch Wracks zu besichtigen. Zwar noch recht neu und daher noch nicht sehr bewachsen. Aber immerhin, gepaart mit der Tiefe doch ein zusätzliches Erlebnis. Schlechtes Wetter gab es auch, obwohl eigentlich nicht gebucht. Es regnete in Strömen und innerhalb kurzer Zeit war Gozo von einem beigefarbenen Ring umgeben, der Tauchen an der Insel unmöglich machte. Wir fuhren ersatzweise mit dem Boot nach Comino, der kleinen Schwester von Gozo. Während des Tauchgangs fing es wieder an zu regnen. Wir konnten Unterwasser den Regen hören wie er auf der Wasseroberfläche aufschlug und diese zu einem Streuselkuchen verwandelte. Vom Ufer her kam dann langsam die beigefarbene Suppe ins Wasser und nahm uns langsam die Sicht. Mit etwas Mühe fanden wir das Boot in dem uns ein völlig durchnässter Skipper erwartete, der noch dazu Probleme hatte das Boot vom Ufer fern zu halten. So wurde auch dieser Tauchgang zum Erlebnis (war vielleicht doch gebucht…).

Die Fahrten mit dem Transporter zu den Tauchplätzen brachte uns die Landschaft über Wasser näher. Auch hier erwies sich Susanne als kompetenter Führer. Zeigte uns die Kirche, die eine viel zu große Glocke im Turm hängen hat oder die Steinbrüche, in denen mittels Kreissäge das Baumaterial passend herausgeschnitten wird. Marsalforn, ein touristisch aufgepepptes Fischerörtchen, hat zu dieser Jahreszeit seinen besonderen Charme. Befreit vom Sommertourismus bot sich uns eine freundliche Kulisse in südländischem Flair. Nach getaner Taucharbeit traf man sich lässig zum Mittagsplausch bei Pizza, Burger und Capuccino. Abends ging’s zum gemeinsamen Abendessen in eines der Restaurants an der Uferpromenade. Die nichttauchenden Partnerinnen unserer Korallen hatten tagsüber meist schon entsprechende Reservierungen für die Gruppe vorgenommen. Wie gesagt: „Rundumservice".

Die Woche in Gozo ging viel zu schnell vorüber. Die hervorragende Organisation unseres Reisegurus und die tadellose Abwicklung durch die Nautic Team Tauchbasis, die uns ein individuell auf unsere Belange zugeschnittenes Programm bot, machte die Reise zu einem echten Highlight.

Im Namen aller Teilnehmer, ob Taucher oder nicht, möchte ich unserem Reiseguru Stefan ein ganz großes Lob und ein herzliches Dankeschön für die Organisation und die Reiseleitung aussprechen.

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W.Marx