Vor genau 20 Jahren im Juli 1994 fing alles an. Wir waren mal wieder in unserem traditionellen Urlaubsort Bol und da nun dort auch eine Tauchbasis da war machten unsere Töchter Diana und Miriam gleich ihren Tauchschein.  Der Ausbilder war Ivica, ein „tauchverrückter“ Einheimischer, genannt auch „Cesar“, wegen des römischen Aussehens.

Daher tauchte ich dort auch zweimal mit und es gefiel mir sofort gut in dem dortigen klaren Wasser. Und dies, obwohl damals das Schleppen des Equipment von der Basis zum Strand, die Fahrt mit einem kleinen roten Gummiboot und die beschränkte Anzahl der Tauchplätze, nicht absolut verlockend erschienen.

Inzwischen hat sich wirklich alles verändert, außer dass Ivica immer noch (bzw. wieder) da ist und immer noch gerne taucht, obgleich er außerhalb der Saison als Offshore-Taucher arbeitet. Ich bin nun über zwanzigmal zum „Urlauben“ und  Tauchen in Bol gewesen. Nur in 1995 nicht, da es eine Reisewarnung gab (wegen der Befreiung der Krajina) und 2007 hatte ich vor dem Tauchen in Bol den Achillessehnenriss und konnte nicht tauchen. Dafür gab es Jahre in denen ich zweimal dort war, denn mit dem Flieger nach Split und weiter mit dem Katamaran ist man schnell dort und auch die Autofahrt dort hin ist problemlos. Auch Miriam und Diana, sowie auch Jochen, waren auch schon etliche Male in Bol zum Urlaub und Tauchen.

Heute hat die Basis, die immer noch im Unterbau des Hotel „Borak“ 30 Meter vom Strand ist, den Kompressor am Strand und einen Steg davor für das Tauchboot für max. 15 Personen. Mit dem Boot ist man schnell auch an Plätzen auf der Nordseite von der Insel Hvar die in diesem Bereich an der Küste soweit das Auge sieht unbewohnt ist, aber dafür ideal zum Tauchen geeignet ist.

Bei Bedarf gibt es auch ein Speedboot für weitere Fahrten für 10 Taucher bzw. organisiert der Basisleiter und Besitzer Igor auch  ein größeres Boot für bis zu 20 Taucher.  An der Basis kann man jetzt bei Bedarf warm duschen, was im Frühjahr schon erfreulich ist, denn die Temperaturen gehen – auch im Sommer in größerer Tiefe – bis auf 16 Grad herab.

Als ich erwähnte, dass der nächste Tauchgang mein 100. Ab Bol sein würde riet Ivica von dem geplanten Tauchgang an „Zala Luka“ ab (s. u.), da ich heuer schon zweimal dort tauchen war. Er empfahl noch zwei Tage zu warten und eine größere Tagesfahrt mit zu machen zu einem „Unterwasserberg“ in Richtung Insel Solta. Ich solle es  nur am Vorabend sicherheitshalber nochmals abklären.

 

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Typische Skizze Tauchplatz für das Briefing                    Typisch für Tauchen von Bol an Hvar

 

Leider wurde dann daraus nichts, denn die Fahrt wurde auf freitags verschoben und wir reisten samstags recht früh ab. Aber Ivica und Igor wären nicht so typisch wie sie sind denn Ivica meinte, dass er trotzdem mit mir an einen Platz ginge an dem er gerne taucht, aber nicht mit den üblichen Gästen sondern nur mit erfahrenen Tauchern.

Allein, nur wir beide, fuhren Donnerstag-Nachmittag mit dem Tauchboot etwa 25 Minuten rüber zur Insel Hvar zum Tauchplatz „Oskorusica“ um an einer Steilwand zu tauchen die parallel zur Küste läuft. Es gab eine große Muräne, einige wirklich beachtlich große Drachenköpfe und einen schönen Gorgonien- und Schwammbewuchs an diesem Drop-Off sowie etliche Tintenfische auf dem Hin- und Rückweg. Und dies auf einer „Extra-Tour“ nur für uns beide, bzw. eigentlich für mich!

 

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                                                        Ivica, der „Tauchverrückte“

 

Eines ist sicher: Ich fahre nächstes Jahr wieder nach Bol, denn die anderen Tauchplätze, die ich dort kenne, sind (fast) so schön mit den üblichen 30 Metern Sicht und ihren Höhlen, Drop-Offs, Fischen, Langusten und anderen Krebsen, Schnecken, Muscheln und schönem Bewuchs. Wenn man Glück hat sieht man auch mal ein Seepferdchen oder einen Katzenhai. Es ist nicht das Rote Meer, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt dort!

Auch der Ort Bol selbst ist schön, Nichttaucher fühlen sich dort auch wohl, denn sonst würde meine Frau nicht auch jedes Jahr gerne hinfahren. Sie genießt das klare Meer zum Schwimmen z. B. in kleinen Buchten hinter dem „Zlatni Rat“ (Goldenes Horn). Auch schaut sie gerne den Wind- und Kite-Surfern zu, denn in Bol geht oft ein Wind der im Sommer angenehm ist.

 

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Goldenes Horn (Zlanti Rat) bei Bol          Kloster-Strand in Bol                         Das Städtchen  Bol mit „Zlatni Rat“

 

Wer in Bol mehr unternehmen will kann z. B. sich ein Fahrrad, Roller, Auto oder alternativ See-Kajak bzw. kleines Motorboot  mieten und Touren zu Land oder Wasser  machen um die Insel Brac oder kleine Buchten dort zu erkunden. Eine Wanderung auf den höchsten Berg aller Inseln, den 778 Meter hohen  „Vidova Gora“, ist auch sehr schön, wenn auch anstrengend. Aber der Blick auf das „Zlatni Rat“, die Inseln Hvar, Korcula und die Halbinsel Peljesac entlohnen für die Anstrengung. Bei klarer Sicht sieht man auch noch die Insel Vis und bis nach Italien!

Das Städtchen bietet sich zum Bummeln an, insbesondere am Abend kann man von den Restaurants aus das Flanieren der Leute am Hafen betrachten. Allerdings empfehle ich nicht in der Hauptsaison (Juli und August) nach Bol zu gehen, denn da ist dieser Ort mit den vielen internationalen Gästen doch etwas überlaufen! Im Juni und September ist es ruhiger, das Wetter ist – außer bei gelegentlich auftretender „Bora“, dem böigen kalten Fallwind - recht angenehm um diese Jahreszeiten.