Jürgen Müller hatte schon seit langem angeboten, dass wir doch mal eine Tauchclubreise nach Bol in Kroatien machen könnten. Er kennt sich da bestens aus, hat seit mehr als 30 Jahren gute Erfahrungen mit Örtlichkeit und Tauchen gemacht. Und deshalb wurde er sofort als neuer "Reiseguru" ausgeguckt, und hat sich sogleich mit Eifer in die Organisation der Reise gestürzt. Anfang 2017 standen die insgesamt 18 Teilnehmer und die Rahmenbedingungen fest. Los ging es am 9.9. ab Frankfurt. Jürgen, Elke und Miriam mit Familie waren schon mal mit dem Auto vorgefahren. Erste positive Überraschung gab es im Flieger der Kroaten. Trotz kurzem Flug gab es was zu trinken und zu knabbern, und das gab es kostenlos! Und pünktlich waren wir auch noch. Nach doch recht langer Anreise übr Split und die Fähre nach Brac empfing uns Jürgen in Bol und hatte schon das gemeinsame Abendessen organisiert. Wahrscheinlich gibt es kein Restaurant, das Jürgen nicht kennt und so war beste Verpflegung mit Platzreservierung an allen Abenden garantiert. Verhungern konnte keiner. Dazu hat auch das sehr üppige Frühstücksbuffet im Hotel beigetragen. Und wem das nicht reichte, der konnte sich Mittags auch noch gut verpflegen.

Der Ort Bol ist touristisch voll erschlossen. Angenehmes mediteranes Flair, schöne ausgedehnte Uferpromenade, kleiner Hafen, jede Menge Shops und Restaurants sind Garant für einen erholsamen Urlaub. Unser Hotel lag etwas ab vom Hauptrummel. Vom Strand trennte uns nur die Promenade.

Die Tauchbasis hat ihren Sitz direkt beim Hotel. Für Flaschen, Blei und Lagerung der Ausrüstung gab’s extra Schuppen direkt am Strand bzw. Steg. In der Regel gab es 2 Ausfahrten pro Tag. Für weiter weg liegende Ziele wird auch ein Trip mit 2 Tauchgängen angeboten. Trotz Nebensaison war es relativ voll an der Basis. Zuweilen war das Tauchboot mit 20 Tauchern besetzt, was eine gewisse Enge mit sich brachte. Da sich aber alle recht diszipliniert aufführten, fand das befürchtete Chaos nicht statt. Vor jedem Tauchgang fand ein Briefing mit Zeichnung des Tauchplatzes statt. Eine Zeitbegrenzung gab es nicht. Die Tiefenbeschränkung lag bei 40 Meter. Im Wasser spürte man die Menge Taucher natürlich auch. Durch die Konzentration der Highlights an den Spots findet natürlich auch manchmal Gedränge statt. Klar jeder will mal schauen und jeder will ein Foto machen. Tauchen im Mittelmeer heißt viel Landschaft und Gegend, in vielen Fällen wenig Fisch und man muss häufig schon ziemlich genau hinsehen, will man die Schönheiten erkennen. Steilhänge, Steilwände, Höhlen und Grotten sind hier die Attraktionen und nicht das Bühnenbild. Und das ist dann meist verbunden mit tiefen Tauchgängen. Weil von unten nach oben der Blick viel eindrucksvoller ist als umgekehrt.

Hier in Kroatien war das aber irgendwie anders, denn neben der teilweise beeindruckenden Unterwasserlandschaft gab es für Mittelmeer-Verhältnisse doch relativ viel Fisch zu sehen. Große Oktopusse gab es bei fast jedem Tauchgang, und immerhin an 2 Spots gab es Seepferdchen zu sehen. Das wir nicht im Roten Meer tauchten, war den meisten sicherlich klar, und man war sich einig, dass unter den bekannten Mittelmeer-Spots Kroatien sicherlich zu den besseren und abwechslungsreicheren gehört.
Der interessanteste Tauchgang fand am Donnerstag, also am vorletzten Tauchtag, statt. Bei einem Tagesausflug wurde eine vollständig unter Wasser liegende Höhle von der Größe einer Kirche angefahren.
Der Eingang zu dieser Höhle liegt etwa 3-5 Meter vom Ufer entfernt, und hat einen Durchmesser von ca. 5 Metern. Durch dieses "Loch" ging es 30 Meter direkt nach unten, sozusagen in einen riesigen, runden Saal. Die Augen benötigten eine gewisse Zeit, sich an das Dunkel zu gewöhnen, aber wir hatten alle natürlich auch Lampen dabei. Über 10 Taucher verteilten sich hier, ohne dass es zu Gedränge kam. Das Wasser war extrem klar, und so konnte man die anderen Tauchgruppen mit ihren Lampen immer im Blick halten. Der Eingang befand sich sozusagen fast in der Mitte der Kuppel, die Taucher bewegten sich spiralförmig an der Wand entlang von oben nach unten und hatten jederzeit den "Ausstieg" im Blick, was sicherlich gerade für Anfänger beruhigend war. Kurz vor dem Grund dann plötzlich eine Bewegung : In der Höhle hielten sich 3 Thunfische auf, die aber dann bei unserem Erscheinen in Deckung gingen. Auch sehr interessant: im unteren Teil der Höhle hingen mehrere, mächtige Stalaktiten von der Decke, was beweist, dass die Höhle nicht immer voll Wasser war.  Nach gut 30 Minuten kamen wir wieder aus dem Ausstieg ins flache Wasser unterhalb des Bootes, und tauchten dort noch gemütlich aus.
Ein sehr beeindruckender Tauchgang.
 

Auf dem Nachhauseweg wurde dann noch ein U-Boot-Bunker aus der Zeit des Jugoslawien-Krieges besichtigt.

Wegen schlechtem Wetters mussten am Anfang der Woche leider 3 Tauchgänge ausfallen. Die verbleibenden acht Unterwasseraufenthalte wurden von allen Teilnehmern gelobt, auch wenn der ein oder andere am Ende etwas gefröstelt zurück an die Oberfläche kam. Die Wassertemperaturen im September liegen halt zwischen 23°C an der Oberfläche und 19°C ziemlich weit unten. Da kann es dann schon mal kühler werden, wenn man nass taucht. Negative Zwischenfälle gab es keine und alle sind gesund wieder nach Hause gekommen. Was auch positiv anzumerken ist, der Preis den Jürgen für uns ausgehandelt hatte ist mit gutem Gewissen nicht zu unterbieten. Das Team der Tauchbasis Big Blue Diving ist sehr erfahren, kennt die Spots bestens und weiß wo man was finden kann. Da gibt es dann auch schon mal ein Seepferdchen für den ein oder anderen zu sehen. Die Abläufe an der Basis sind gut organisiert, alles läuft recht locker und unkomplizert ab.

Was die Unterbringung und Verpflegung betrifft, würde ich dem Frühstück im Hotel eine glatte eins verpassen. Sehr reichhaltiges kaltes und warmes Buffet, das keine Wünsche offen lässt. Gleiches gilt auch für die Besuche diverser Restaurants, die allesamt von Jürgen zertifiziert waren. Er war es auch, der dafür gesorgt hat, dass an jedem Abend irgendwo ein Tisch für die große Gruppe reserviert war.

Das Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen, die Zimmer etwas klein, teilweise ohne Balkon oder mit kleineren Mängeln behaftet. Für eine Woche gerade noch akzeptabel, auch weil man sich eigentlich nur zum Schlafen dort aufhält. Die Außenanlagen mit Poolbereich wiederum machten einen sehr gepflegten Eindruck. Bei den Zimmern gibt es wohl Qualitätsunterschiede, denn es gibt offensichtlich auch welche, an denen es nichts zu bemängeln gibt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die von Jürgen beim Reiseveranstalter gebuchte Kategorie, die ja so preiswert wie möglich sein sollte, als "Gegenleistung" vorgesehen hat, dass wir größtenteils die Zimmer bekamen, bei denen eine Renovierung erst noch ansteht, was natürlich nirgendwo ausdrücklich stand.....

Alles in allem wieder eine sehr schöne Clubfahrt, die von Jürgen Müller sehr gut organisiert und begleitet wurde.
Mal sehen, welches Ziel uns für 2019 einfällt ...

Und hier noch ein paar optische Eindrücke: